CaposWelt

Wort für Wort

Wer bin ich?

Du liebst das Bild, das du von mir hast. Das was ich dir zeige.
Aber was wenn du nun siehst, was ich noch verborgen halte?
Die andere Seite, sie entstellt mir das Gesicht
Verdorbenes Gefleische, Würmer fressen sich zum Licht

Heute siehst du nur den Prinz, aber vor dir steht das Biest
und ich lass dich nicht heran, damit du es nicht riechst
Oh ich wär’ so gerne ehrlich, doch die Angst sie sitzt zu tief
Und so rufe ich mehr Geister zu den Geistern, die ich rief

Alle Zügel sollen sie nehmen, alle Stricke sollen reißen
Da ich Kontrolle nur missbrauche, darf das Chaos ab jetzt walten
Oder lasse ich mich treiben wohin der Strom mich immer trägt?
verschließ einfach meine Augen, bis er mich ans Ufer legt?

Doch was ist das für ein Leben, gefesselt von der Angst?
Viele starben für die Freiheit und ich hab es in der Hand
wie ichs drehe, wie ichs wende, einfach wird es nicht
doch nur diese Momente, zeigen unser wahres Ich

Für Elli

Du nimmst dein Herz und legst es überall hinein.
Egal was du grade tust. Ein Projekt, eine Choreographie, ein Schauspiel
In allem bist du. Ganz du. Mit voller Energie
Ich sehe das an deiner Hingabe

Und doch sehe ich es nicht gerne
Dich, ausgeliefert, all diesen zynischen Blicken von Ignoranten
Schwätzern, die dich nicht kennen und nichts lieben außer sich selbst.
Über alles lachen sie und ich will nicht, dass sie über dich lachen
Nicht über dich, kleine Schwester!

Ich wuchs auf, im Glauben, dass es peinlich ist, etwas mit ganzem Herzen zu tun.
Darum tat ich es nicht mehr.
Aus Angst verletzt zu werden.
Voller Angst mich zu zeigen.

Doch wer nur im Publikum sitzt war nie selbst auf der Bühne.
Und wenn der Vorhang fällt, gilt nur Darstellern Applaus.
Also mach’ Platz kleine Schwester, wir spielen Komödie!
Sollen sie nur lachen, sie kommen nie mehr hinaus
hilflos gefangen in ihrer Tragödie, unbeweglich an Stühle geleimt
was von uns beiden bleibt sollen andere deuten
von ihnen bleibt nur Bedeutungslosigkeit.

Du bist wie ein ungeöffnetes Buch

und ich durfte ein paar Seiten in dir lesen.

Du dachtest mich erschreckt was ich sehe. Dachtest, ich würde dich zuklappen und weglegen. Aber ich habe das nie gedacht. Auch wenn es mich selber überrascht.

Ich habe jede Seite gelesen und dich nur noch mehr geliebt.

Ja, geliebt. Da bin ich mir sicher. Auch wenn ich nur einen kleinen Teil von dir kenne.

In dir zu lesen, ist wie eine beschlagene Scheibe klar zu wischen. Eine Scheibe vor meinen Augen. Und zu sehen wie du wirklich bist. Wer du wirklich bist.

Ich glaubte dich zu erkennen, als etwas das ich schon lange vermisst habe, ohne dass mir je etwas gefehlt hat. Als füllten deine Zeilen einen inneren Code, der erst jetzt Sinn ergibt. Ja, ich glaube du ergänzt mich, ich weiß nur nicht wie.

Oh, wie glücklich müssen die sein, bei denen dieses Gefühl, diese Bestimmtheit auf Gegenseitigkeit beruht? Wie grausam ist sie unerwidert? 

Wenigstens kann ich nun sagen, dass ich eine Ahnung von dem habe, was man Liebe nennt und ich erzittere vor ihrer Gewalt. Sie lockt mit unendlicher Freude und droht mit unfassbarem Schmerz und doch könnte ich mir nie verzeihen ihr zu widerstehen. Dir zu widerstehen. Auch wenn es noch so tiefe Wunden reisst, in das was ich mein Herz nenne.

Niemand liebt dich wie ich.

Kein Mann. Keine Frau.

Wenn die Welt vor dir zusammenbricht. Wenn sie sich vor dir auftürmt, werde ich da sein.

Vor dir stehen. Alles brechen, was da kommen mag. 

Du machst deine Erfahrungen. Du lebst dein Leben.

Und ich, ich schaue dir zu. Ich denke an dich, beim letzten Klimmzug, wenn der Schweiss tropft, wenn das Blut fließt, wenn die Tränen fließen, dann denke ich an dich.

Ich bin verschwendet an dich. Ich habe keine andere Wahl. Du bist mein Ziel, mein Ende. Ich bin dein. Ob es mir gefällt oder nicht. Ob es dir gefällt oder nicht.

Ich warte und hoffe und hoffe, hoffe, dass von irgendwo irgendein Wesen meinen Weg kreuzt, dass es Wert ist. All das Wert ist was ich dir geben will.

Du musst wissen, in mir lebt ein wildes Tier. Eine unbändige Wut der Zerstörung.

Damals, als ich klein war, habe ich es ab und zu herausgelassen und irgendwann eine Messerspitze am Hals gehabt. Danach nicht mehr. Danach hielt ich es eingesperrt. Grollend hinter Gittern, tief in meiner Brust. Nur einmal noch. Einmal noch war ich dumm und betrunken genug den Käfig zu öffnen. Es hätte mich das Leben kosten können. Der Tod war nicht weit in dieser Nacht. Nicht für mich, nicht für die anderen.

Dieses Monster schüchtert mich nicht ein. Wie es da kauert im dunkelsten Schatten meines Inneren. Unsichtbar, und doch spüre ich den feurigen Atem seines Hasses. Eine Gefahr, lauernd hinter den Gittern meines Abgrunds. Es sitzt so tief da unten und doch weiß ich es ist immer sprungbereit. Seine Chance witternd, um mit einem Satz oben und draußen zu sein. In der Realität. Es wartet da unten wie ein Schosshündchen auf den Moment, in dem ich die Zügel abgebe und das Tor öffne. Es wird alle Stricke zerreissen, den letzten Funken ersticken und die Welt Dunkelheit tauchen. 

Ich weiß, wenn es meinen Körper einmal völlig übernimmt, werde ich ihn nicht mehr benutzen können.

Und darum habe ich Angst dich zu lieben. Angst diese grenzenlosen Gefühle zuzulassen, die in mir nach aussen drängen. Denn so grenzenlos wie sie sind, so grenzenlos wäre auch meine Angst um dich, du dummes Mädchen. Und wenn dir etwas zustieße, könnte ich für nichts mehr garantieren. Wenn dir etwas zustieße, könnte es sein, dass ich das Tor öffne und mich dem Wahnsinn ergebe. In der Hoffnung erst wieder aufzuwachen, wenn wir beide an einem Ort vereint sind, an dem uns nichts mehr trennen kann.

Wenn das Leben keinen Sinn hat, dienen wir nur einem Zweck…. und dafür bin ich zu faul, sorry. #hangloose 

Wir leben in starren Strukturen.

Das Eigenheim immer fest im Blick.

Was links ist, was rechts ist, oben und unten, hinten und in uns, das sehen wir nicht.

Nach vorne muss es gehen.

Wir nennen es Karriere.

Und wir haben Angst, solche Angst nicht dort anzukommen. Ohne das Einfamilienhaus, die sicheren Verhältnisse, das einfache Leben.

Denn wir sind Spießer. Eine ganze Generation. Und ich wage zu behaupten, wir haben das Leben nicht begriffen. 

Denn hätten wir es begriffen, wüssten wir, dass es endet.

Und wüssten wir das es endet, würden wir tief in uns hinein hören und endlich das tun, was in uns steht.

Würden die Reise machen, von der wir träumen. Die Liebe gestehen, die in uns schreit. Könnten die Person werden, die wir schon immer sein wollten und würden nichts mehr auf morgen verschieben, das uns wichtig ist.

Wir würden tun, wovor wir uns jetzt fürchten, denn ich glaube am Ende haben nur die gelebt, die sich getraut haben.

Ich bin kein großer Anhänger von Esoterik oder Mystik. Ich brauche das nicht.

Aber ich schwöre, meine Augen haben dir gesagt, was ich fühle.

Und ich glaube du hast sie sehr genau verstanden.

Und nun stehe ich hier, von Runen übersät, mit Symbolen, die nicht die Meinen sind. Alte Zeichen prangen auf meiner Haut und sind doch nichts als Sticker auf einem Palast. Schandflecken auf einem Tempel.

Plötzlich erkenne ich: Ich bin der Ausdruck, ich bin das Zeichen! Die Flaggen unter die ich mich stelle, führen mich nicht. Ich führe sie. Die Dinge um mich geben mir keine Bedeutung. Die Bedeutung gebe ich ihnen.

Meine Aufgabe ist es mich selbst aus dem zu formen, was ich bin. Wie eine Statue, die sich selber aus dem Stein meißelt. Meine edelste Pflicht ist es die Sache gut zu machen. Mit Sorgfalt zu arbeiten und Liebe zum Detail.

Es mag nicht angenehm sein, aber im Laufe unseres Lebens müssen wir uns fragen wofür wir stehen. Wer wir sind. Denn am Ende sind wir selbst das Einzige, was wir mitnehmen können in die Unendlichkeit aus dieser wunderbaren kurzen Zeit unseres Lebens.

Erzähl eine Geschichte mit den Dingen, die du tust.

Eine Geschichte, die dir gefällt.